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Antibiotika-Verordnungen rückläufig

       

Berlin - Vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotika-Resistenzen hat der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, zu einem verantwortlichen Umgang mit Antibiotika aufgerufen. Erfreulicherweise seien die Verordnungszahlen von Antibiotika in der Humanmedizin rückläufig, sagte Ludwig bei der Vorstellung des Arzneiverordnungsreports in Berlin. Im Jahr 2013 hätten Antibiotika noch auf Platz zwei der verordnungsstärksten Arzneimittel gelegen, im Jahr 2014 nur noch auf Platz fünf. Zu verzeichnen sei dabei eine Abnahme sowohl der Verordnung der oral verabreichten Cephalosporine als auch der „Harnwegs-Fluorchinolonen“.

Zwar habe die Antibiotika-Abgabemenge  auch in der Tiermedizin abgenommen; dieser Trend lasse sich jedoch für Reserve-Antibiotika mit besonderer Bedeutung für den Menschen (z. B. Cephalosporine, Fluorchinolone) nicht beobachten. Bei Fluorchinolonen sei die Abgabemenge im Vergleich zu 2011 sogar erheblich gestiegen (von 8,2 Tonnen in 2011 auf 12,3 Tonnen in 2014).

Ludwig betonte, dass eine rationale Antibiotikatherapie nur möglich sei, wenn die essenziellen Wirkstoffe auch zur Verfügung stünden. Lieferengpässe bei bestimmten patentfreien, bewährten Antibiotika – derzeit sind beispielsweise Ampicillin i.v. und die Wirkstoffkombination Ampicillin/Sulbactam i.v. von Lieferproblemen betroffen – verschärften das Problem der Resistenzentwicklung. Der Grund dafür sei, dass statt dieser Wirkstoffe,  breiter wirksame Antibiotika eingesetzt werden müssten. Dies trage zu Resistenzbildungen bei.

Quelle: Bundesärztekammer 24.09.2015